Wohltuende Bedeutung der Musik nicht unterschätzen

02.11.2011 – ERMENROD

Musikalische Vesper zum Reformationstag in der Ermenröder evangelischen Kirche

(ek). Erfreulich viele Gläubige versammelten sich am Montagabend zur musikalischen Vesper anlässlich des Reformationsfestes in der bis auf den letzten Platz besetzten evangelischen Martin-Luther-Kirche in Ermenrod.

Als Orgelvorspiel konnte sich die Gemeinde über ein Präludium und Fuge in g-Moll von Dietrich Buxtehude erfreuen, welches Henrik Schlitt aus Alsfeld ertönen ließ. Gleich danach stellte sich der Soundhaufen Maulbach im Altarraum auf und sang – unter der Leitung von Uwe Henkhaus – „Erquicke mich mit deinem Licht“ von Albert Becker.

Pfarrer Thomas Harsch lud ein zum Hören auf Melodien, Gesänge und Texte, die sich durch die gesamte Vesper zogen und sich um das Thema „Martin Luther und die Musik“ drehten.

Im weiteren Verlauf des musikalischen Ereignisses auf höchstem Niveau bot der beeindruckende Chor aus Maulbach unter anderem Stücke wie „Cantate Domino“ von V. Miskini, eine festliche Chorbearbeitung mit Orgelbegleitung „Glory to thee, my God, this night“ von Thomas Tallis, „Notre père“ von Maurice Duruflé oder das von Luther getextete Lied „Verleih uns Frieden“ in einer Vertonung von Felix Mendelssohn. In der Vesper wurde aber auch ein Beichtgebet von Martin Luther gesprochen und immer wieder in kurzen Textabschnitten das reformatorische Anliegen, neben der Theologie auch die wohltuende Bedeutung der Musik nicht zu unterschätzen, erörtert. Auch einige der 95 Thesen, die Dr. Martin Luther 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen hat, wurden – aus der Gemeinde heraus – verlesen. Als Schriftlesung hörte die Gemeinde auf das Evangelium des Reformationstages: „Die Seligpreisungen“ aus Matthäus im 5. Kapitel. Es folgte die von Henrik Schlitt beeindruckend gespielte Toccata (5. Satz) aus der 5. Symphonie in f-Moll (op. 42 Nr.1) von Charles-Marie Widor.

Natürlich durfte in einer Vesper zum Reformationsfest das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ nicht fehlen, das die Gemeinde mit Orgelbegleitung mitsang. Es folgte eine freie Orgelimprovisation zu diesem Lied von Henrik Schlitt, die nicht nur die besondere Begabung des Organisten, sondern auch das vielfältige Klangbild der kleinen, aber feinen Ermenröder Orgel hören ließ.

Prächtig war der Gesang der Gemeinde am Ende der Vesper mit dem Abendlied „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen…“, dem als Orgelnachspiel ein Präludium in c-Dur von J.S. Bach, BWV 553 folgte. Begeistert applaudierte die versammelte Gemeinde und so gab es als Zugabe vom Soundhaufen Maulbach eine tief bewegende Vertonung des Liedes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ von D. Bonhoeffer. Pfarrer Harsch lud alle Anwesenden im Namen des Kirchenvorstandes noch zum gemütlichen Beisammensein ins DGH in Ermenrod ein.

By | 2018-02-24T18:50:47+00:00 November 2nd, 2011|Pressestimmen|0 Comments